Ferien und co.

Also die letzen Tage waren schon irgendwie auch anstrengend. Vor Weihnachten war alles ziemlich voll, Weihnachten war dann ein bisschen einsam und danach ereichte mich die Nachricht, dass bei einem Familienangehörigen eine schwere Krankheit festgestellt wurde. Aber eins nach dem anderen…
Wie gesagt, zu Beginn der Ferien war sehr voll. Eigentlich begannen sie echt schön. ..am Samstag war ich bei Janette eingeladen, einem Mädchen aus dem Feeding- Center, um Perra- Perra zu kochen ( das ist eine Suppe mit Yams…ein bisschen wie Gulasch :-D). Ihre Geschwister waren auch fast alle da und so wurde es ziemlich lustig, also wir währenddessen noch anfingen zu tanzen und kalibu zu trinken ;-). Mich beeindruckt immer noch, dass sie erst sechzehn ist, also so alt wie meine Schwester, aber schätzen würde ich sie auf siebzehn, achzehn.
Danch standen eigentlich überwiegend Chorproben und Gottesdienste an. Da sich unser Chor seit Ferienbeginn auf ca. fünf Mitglieder reduziert hatte, sah ich mich dann doch ein wenig verpflichtet dazu, anwesend zu sein. Diese machten manchmal echt Spaß aber dafür waren sie zum Teil auch sehr frustrierend. Aber eins war es sicher: (zu) vieeeeel Kirche( Samstag, Sonntag und Montag Abend sowie Sonntag und Dienstag Morgen!)
Am Sonntagabend ließ ich sogar Frisbee dafür sausen, weil mir doch einige einredeten,
dass ich für diese eine Fest ausnahmsweise auch mal auf Frisbee verzichten könnte. Da gab jch ihnen dann auch Recht aber als die Spezialisten erst eine Stunde später eintrafen und ich dann gar nicht mitproben konnte, da wir zum essen eingeladen waren, war das schon ein bisschen nervig. Und das Beste daran war, dass die Leute, die darauf pochten, dass ich auch ja kommen sollte, am Montag und Dienstag im Gottesdienst gar nicht Anwesend waren, was mich schon ein wenig (viel) enttäuschte. Allgemein schien mir der Sonntagsgottesdienst interessanter, auch wenn man bedenkt, dass zu Beginn der Messe immer nur um die zwanzig Kirchengänger anwesend waren. Doch bevor dem Gottesdienst an HEilig Abend trafen wir uns mit unserer MEntorenfamilie, den Keyhils (sorry wenn ich das jetzt falsch schreibe), die auch Freiwillige im Krankenhaus sind und Frencis plus Angehörige- Pfarrer des Krankenhauses- vor dem Hospital. Zusammen fürten wir die Tradition der Missionare fort, an Weihnachten für die Patienten Lieder zu singen und Orangen zu verteilen.

IN unserer Familie feierten wir Weihnachten am 25. Dezember, doch nicht nur der Gottesdienst wies Unterschiede auf. Falls es jemand vergessen haben sollte, kocht Baby im Auftrag für andere Leute. Und da sie auch für diesen Tag einen bekommen hatte, hockte fast die ganze Familie den halben Tag lang im Garten am Grill, um Fleischspieße zuzubereiten. Es brauchte doch alles länger, als vorgesehen, sodass unser Mittagessen letzten Endes um fünf Uhr stattfand. Zu Ehren des Tages gab es Pizza :). Trotzdem war es ein komisches Gefühl, zum einen nicht bei der Familie zu sein, aber auch, weil es so anders war. Normalerweise ist Weihnachten für mich immer besonders, weil alle frwi haben, um gemeinsam zu feiern aber hier beschäftige sich jeder selbst und erst am Abend spielten Ephraim, Ebenecer und ich noch Karten. Während des Tages schauten Verwandte, Freunde und Kinder vorbei, entweder zum Grüßen oder weil sie nach einem Weihnachtsgeschenk fragten (erinnert ein bisschen an Halloween, da viele der Kinder in keinem Bezug zur Familie standen). Es war nur schade, dass fast immer in Mampuli gesprochen wurde. Ehrlich gesagt fühlte es sich schon ein bisschen einsam an und ich war froh, als der Tag vorüber war.

Bevor ich jetzt von der folgenden Woche berichte, möchte ich nochmal Kay danken für die schönen Stunden, die wir miteinander verbracht haben. Kay war für einen Monat freiwillige Ärztin im Krankenhaus, wohin ich sie auch an einem Tag hinbegleiten durfte. Doch viel wetvoller waren für mich unsere Gespräche im Haus 6, in denen wir neben gelegentlichen Kaffeeinlagen viel über unsere Auslandserfahrungen und vorallem den Glauben diskutierten. Diese Themen beschäftigten mich selbstverständlich sowiso viel seit dem Beginn des Friewilligendienstes, wohl oder übel auch gezwungenermaßen ;-). Aber es tat so gut mit jemand anderem darüber rrden zu können, jemandem, der ähnliche Erfahrungen gemacht hat und hmmhmm „ähnlichen“ Alters ist. Kays Weg führte sie hier her, vorallem aus einem christlichen Beweggrund aber das hieß nicht dass sie all die Zweifel nicht verstand und so wurde es interessant mit ihr zu reden und vorallem, sich anzuvertrauen, was ich mich diesbezüglich bei vielen Menschen hier nicht trauen würde! Obwohl es nur von kurzer Dauer war, war es unglaublich ermutigend einen so zuversichtlichen und gutherzigen Menschen zu treffen und es hatte mich dann doch ein wenig mitgenommen, als sie am Dienstag wieder abreiste. Viel mehr wurde mir wieder bewusst, wie sehr ich auch meine Freude vermisste, meine jahrelangen Wegbegleiter, mit denen ich einfach über alles und jenes stundenlang quatschen kann.

Die folgenden Tage waren eigentlich ganz angenehm. Icj hatte wiede vieeeeeel Zeit zu füllen, wobei uns William und Heidi einmal nach Nakpanduri und an einem anderen Tag zu einer Felsenlandschaft mitnahmen. Tja, und dann kam die Nachricht mit der Krankheit und prompt fühlte es sich wieder total einsam und bedrückend an. Wahrscheinlich wirkt das jetzt alles ziemlich unglücklich, ist es ja zum Teil auch aber trotzdem habe ich das Gefühl, dass die letzten Wochen besonders prägend für mich waren. Ganz generell bekommt man eine ganz andere Einstellung zur Zeit. Zuerst viel es mir schwer, nichts tun zu können oder müssen und darin lag auch immer mein Problem, glaube ich. Einerseits fehlten mjr Ideen, wie ich die Zeit rumschlagen sollte und mir war langweilig, aber andererseits brachte ich auch nicht die Geduld auf, zum Beispiel einen ganzen Tag lang nur zu lesen, weil ich immer das Gefühl hatte, dass ich damit meine Zeit verschwenden würde. Ganz komisch. ..ich weiß nicht, ob man das jetzt versteht ;-). Aber irgendwann akzeptierte ich es oder mir wurde bewusst, dass ich wirklich nichts machen muss in den zwei Wochen und dass ich so viel Zeit habe, dass ein Tag im Bett auch kein vergeudete Tag ist. Und seit dem fühlt es sich manchmal lustigerweise sogar toll an, einfach zu leben und nicht zwingend zu wissen, was am nächsten Tag passiert, Das ist etwas, was ich bei mir zu Hause nicht erlebt habe. Es wächst die Freude daran, im Jetzt zu leben und nicht gedanklich in der Zukunft, wie wenn ich mich beispielsweise eine ganze Woche schon auf die nächste Chorprobe freuen würde. Und dann hat man plötzlich nicht mehr das Gefühl, dass einem die Zeit davon rennt Eine zweite interessante Erfahrung ist, dass man sich plötzlich total viele Gedanken über das Leben und sich selbst macht. Natürlich spielen die Gespräche mit Kay sicherlich eine große Rolle aber wenn ich ehrlich bin, hatte ich vor den Ferien auch nicht allzu große Lust dazu, nach der Schule noch Gedankensport zu betreiben.
Und dann ist da noch die Sache mit der Diagnose und dem Heimweg, das keineswegs Geschichten sind, über die ich glücklich bin. Aber auch was das anbelangt, habe ich das Gefühl, dass sich etwas in meinem Umgang mit der Situation verändert hat. Die ersten Male, als ich gespürt habe, dass mir Tränen aufstiegen, habe ich immer versucht, mich abzulenken, z. B. Schaute ich mir Bilder auf Instagram an oder hörte Musik aber alles führte nicht dazu, der Welt wiede ein paar hellere Farben zu verleihen. Dann kam ein Punkt, an dem ich einfach akzeptierte, dass ich traurig bin. Und ich sagte mir, dass ich auch traurig sein darf. Und so bin ich nun manchmal einfach traurig und erlaube mir die Zeit, alles rauszulassen. Wenn man es akzeptiert, dass so etwas eben auch dazugehören kann, es aber lange noch nicht das einzige ist, was man hier erlebt, denn man erlebt auf jedne Fall auch total schöne Momente, dann ist ein Tag, an dem man am liebsten nur heulend im Bett liegen möchte, eben ein Tag, an dem man heulend im Bett liegt und gut ist es. Und wenn es sich docj mal ganz beschissen anfühlt, gibt es Gott sei Dank immer Menschen, die für einen da sind. Meinen lieben Freunden, meiner Familie aber auch Baby und Heidi möchte ich hier einfach mal dankeee sagen :-)!
Und so ist die Welt erstmal wieder im Lot, nur dass ich mich jetzt tatsächlich ein wenig stärker fühle und hoffe darauf, dass Baby dari n Recht behält, dass Gott vielleicht doch der Doktor aller Doktoren ist.

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