Akwaaba- Endlich angekommen

Na toll, das hat ja schon mal gut angefangen- geht es mir durch den Kopf, nachdem wir in Accra am Gepäckfließband nach einer gefühlten Stunde immer noch nicht unsere Koffer gesichtet hatten. Mmmhhh und ja, es dünnt sich doch immer mehr aus. Als fünf Minuten lang gar kein Koffer mehr an uns vorbei gefahren ist, entscheiden Adrian und ich beim Service mal nachzufragen. Wir sollen runter zum Lost and Found Service- Ah ok, dann machen wir das mal so. Dort angekommen bemerken wir schnell, dass nicht nur wir vor dem gleichen Problem stehen: Um die zwanzig Wartenden versuchen sich einen Mitarbeiter für sich zu gewinnen. Auch wir werden in das System aufgenommen und zu dieser Zeit noch mit dem guten Gefühl den Flughanfen verlassen, morgen zur gleichen Zeit unser Gepäck dann bei uns zu haben. Haha, das wäre dann noch nicht Ghana, hätte jetzt Feli meine Mentorin bestimmt angemerkt. Und ja, ja wir sind sehr froh, dass wir in einer sehr netten Familie gelandet sind, in der vor allem Susanne, die Mutter zu einer unserer treuesten Kofferindependence- Kämpferin geworden ist. An dieser Stelle sollte ich mich trotzdem beim Flughafen entschuldigen, denn unser Gepäck lag nämlich in diesem Augenblick in Brüssel auf Grund eines technischen Problems-  Die Koffer kamen erst zwei Tage später an. Aber egal es eilt ja nicht, vor allem nicht in diesem Land. Man sagt immer in den Städten sei es viel stressiger aber das trifft auf Accra, unserer Zwischenstation nicht zu. In den folgenden Tagen bekamen wir schon mal einen kleinen Einblick in die ghanaische Kultur, obwohl ich doch sehr froh war, zunächst einmal in einer deutsch- ghanaischen Familie gelandet zu sein. Susanne, Vincent und ihr Sohn Nana konnten uns einiges erklären und sich gut in unsere Lage versetzten. So mussten wir uns z.B. nicht gleich ins Tro- Tro Abenteuer stürzten (Tro- Tros sind meisten alte PKWs, welche aufgerüstet wurden, um so viele Menschen wie möglich transportieren zu können. Das spannende ist allerdings, dass es in dem System keinen Fahrplan gibt, sondern es wird losgefahren, wenn die Karre voll ist), hatten immer einen Dolmetscher an unserer Seite (die Menschen sprechen zwar überwiegend englisch aber Pustekuchen, wenn du denkst, du verstehst das gut) und auch das Essen war so was zwischen deutsch und ghanaisch. So gab es z.B. auch mal Wurst und Käse zum Frühstück, ebenso Kaffe, Müsli und Toastbrot. Abends kochten die Nichten von Vincent sehr leckere unbekannte Gerichte. Wir machten die Bekanntschaft mit Jams (sieht aus wie eine Ingwerkartoffel), Kochbananen, Riceballs und Erdnusssuppe (sehr lecker). Unser Programm in diesen Tagen war sehr entspannt, was an zwei Hauptgründen lag: Zum einen mussten wir den Weiterflug nach Tamale um zwei Tage verschieben, einmal wegen der Gepäckgeschichte und zum anderer, weil uns danach der Flug gekanzelt wurde. Somit haben wir nie etwas richtig geplant. Der zweite Grund ist, dass man in Accra sehr viel im Auto sitzen muss, um sich fortbewegen zu können. Susanne meinte einmal Stau und Accra sind nicht voneinander zu trennen. So saßen wir Pi mal Daumen vier Stunden am Tag im Auto. Allerdings war was nicht unbedingt langweilig, denn der ghanaische Fahrstil hat es in sich. Kurz zusammengefasst: Rechts überholen ist genauso möglich wie links dazu zählt ebenfalls das Missachten von Ampeln, hupen wenn man sich in eine Autoschlange einfädeln möchte, fluchen wenn das nicht gelingt aber du bist dann nicht schuld, wenn du die Straße blockierst, sondern der, der dich nicht rein lässt. Ebenso halten dich die großen Schlaglöcher und freilaufenden Kleintiere wach, denen selbst Einheimische nicht ganz ausweichen können und die zahlreichen Straßenverkäufer, die sich den Stau zu Nutzen machen, indem sie versuchen den wartenden Autofahren ihre Waren zu verkaufen. In der Tat sehr aufregend und ein schöner Einstieg😊

Ja und gestern haben wir uns dann verabschiedet, um unser endgültiges Ziel zu erreichen. Um vier Uhr morgens hieß es aufstehen und ab zum Flughanfen. Man hätte ja ein Tro- Tro nach Tamale nehmen können aber…12 Stunden…Hitze…Holperpiste… So haben wir nach der Landung gleich mal die Bekanntschaft mit Israel gemacht, dem Sohn von unserem Arbeitgeber, wenn man es so sagen will, welcher uns nach der Landung abgeholt hat. Und dann konnte man dem Tro. Tro auch nicht mehr entfliehen, denn von Tamale nach Nalerigu, unserer neuen Heimat kommt man sonst nur mit dem Motorrad (Fortbewegungsmittel Nr. 1 in Ghana (Israel, kein Führerscheinbesitzer: „Ich kann euch das beibringen!“)). Aber man muss schon zugeben, dass das wirklich Spaß macht (solange die Straße geteert ist)- So habe ich mir das auch in Deutschland vorgestellt 😊 Und jetzt sitze ich in meinem Zimmer, im Haus meiner neuen Familie 😃 Meine Gasteltern Baby und Joseph werden morgen eintreffen. Sie waren zuvor noch in China, wo Joseph nun sein Medizinstudium beendet hat. Die Kinder Ephraim, 6 Jahre, Catherine, 15 Jahre und Bernice, 19 Jahre haben uns aber herzlich empfangen. Morgen dann in die Schule, damit wir sie uns mal anschauen können. Genau… das folgt dann das nächste Mal 😃

PS: Das ist der link zum Blog meines Kameraden Adrians: https://adrianinghana.wordpress.com/

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